Die Müllerfamilie Thonigs in Kurland/Litauen

Aufbauend auf einem Artikel von H. Meyer-Eltz in der Zeitschrift Baltische Ahnen- und Stammtafeln [BAST 33] sollen hier die Nachkommen des Johann Gottlob Thonigs und deren Stammfolgen im Kurland dargestellt werden. In diesem Zusammenhang konnte auch die Verbindung zwischen den bereits bekannten Stammfolgen A, B und C hergestellt werden, weiterhin ist auch ein nach Litauen ausgewanderter Familienzweig eingeordnet worden.

Zur Schreibweise des Namens

Recht gewöhnungsbedürftig, und im Zusammenhang mit der Suche in den Kirchenbüchern auch nervig, ist die Schreibweise des Familiennamens. Drei grundsätzliche Ausprägungen lassen sich erkennen:

  • In der Anfangszeit (ab 1750 bis 1830) findet sich im allgemeinen die Schreibweise Dohning.
  • Ab 1830 herrscht Thonigs vor, teilweise findet sich aber auch noch bis 1880 aufwärts Doniks/Donicks etc.
  • Eine Besonderheit stellen die Kirchenbücher im Gebiet des heutigen Litauen dar: hier ist nach derzeitigem Stand einheitlich von Tohnigs die Rede.

Der Grund für die geänderte Schreibweise nach dem Beginn der Einwanderung dürfte sich in der sächsischen Aussprache des Namens finden lassen. „Dohning“ entspricht weitgehend der Lautschreibung in sächsischer Aussprache. Die spätere „Rückbesinnung“ auf die ursprüngliche Schreibweise dürfte auch bzw. vor allem auf die Abgrenzung zu ähnlich klingenden lettischen Familiennamen zurückzuführen sein. Hier finden sich Namen wie Duhning, Donis etc. Zur schnellen Unterscheidung eignet sich in diesen Fällen meist der Vornamen: Janis, Kristop etc. lassen schnell auf lettische Vorfahren schließen.

Verbreitung

Ein für die Verbreitung wesentlicher Faktor dürfte der Beruf fast aller (männlicher) Thonigs sein: das Müller-Handwerk. Hier ist dem entsprechenden Volkslied voll und ganz zuzustimmen, es fand eine umfangreiche Wanderung zwischen den einzelnen Orten bzw. Mühlen statt. Dies stellt gleichzeitig auch eine der größten Herausforderungen bei Suche nach den einzelnen Personen dar, vielfach ist es Glückssache mehr als eine Generation an einem Ort aufzufinden.

Nach der vermutlich ersten Ausbildung in der väterlichen Mühle (diese war in fast allen Fällen gepachtet) begann die Wanderschaft und damit die Gesellenzeit in anderen Mühlen der näheren und auch weiteren Umgebung. Bis auf einen Fall, in dem der Müllergeselle Thonigs frühzeitig die (schöne) Müllerstochter ehelicht (das erste Kind kommt wenige Monate später zur Welt), heiraten die Thonigs erst als „Müller“ bzw. „Müllermeister“. Selbstverständlich wird in fast allen Fällen eine „Müllerstochter“ geehelicht, der Blick auf den Beruf des Brautvaters erübrigt sich damit.

Erster Anlaufpunkt des aus Sachsen eingewanderten Müllers Johann Gottlob Thonigs (der Stammvater wohl aller bekannter Thonigs im Kurland) war die Mühle zu Elkeseem (in den Kirchenbüchern ist die Rede vom Elkeseemschen Müller), einem Gut zwischen Bathen, Amboten und Prekuln im südwestlichen Teil des Kurlands. Hier findet sich mit der Kirchenbuchabschrift des Heiratseintrags von 1781 der erste Hinweis auf  Johann Gottlob Thonigs, der die Tochter des Müllers Maiwald ehelicht. Dass es im Kurland recht multikulturell zugeht, zeigt sich bei der Herkunft des Christian Daniel Maiwald – dieser stammt laut Heiratseintrag aus Schlesien.

Die in [BAST 33] geäußerte Vermutung, dass aus dieser Ehe nur zwei Nachkommen hervorgegangen sind, hat sich nicht bestätigt. Mit 10 nachgewiesenen Kindern liegt der Stammvater im guten Mittelfeld, was die Anzahl der Kinder angeht. Auffällig ist auch, dass die Kindersterblichkeit – im Gegensatz zur einheimischen Bevölkerung – sehr gering ist. Nicht zuletzt die sehr schnell in die Breite gehende Stammfolge ist ein Beleg dafür.

Die Litauer-Stammfolge

Quellen

[Bast 33]   Zeitschrift Baltische Ahnen- und Stammtafeln – 33. Jahrgang 1991

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Kategorien: Kurland, Litauen, Thonigs | Hinterlasse einen Kommentar

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